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Buchtipps

Für Leonardo Sciascia (1921 Racalmuto–1989 Palermo) ist Sizilien Metapher der Welt; hier hat er das Handwerk seiner radikalen, umfassenden Kritik aller Machtgeflechte erlernt. Hier erkennt er, ein unbeugsamer Kopf, die berühmte Palmenlinie mit ihrer immer rasanteren Ausbreitung gen Norden: sieht die moralische Verpflichtung der Literatur gegenüber der immer mafiöser werdenden Realität.

"Wenn wir genau hinhörten, könnten wir hören, wie die Türen der Geschichte zufallen / oder die Türen des Schicksals." Die erste deutsche Gesamtausgabe von Roberto Bolaños Gedichten. Für Bolaño, den illusionslosesten und letzten Romantiker des 20. Jahrhunderts, war Dichtung seine wahre Berufung und die eigentliche Quelle aller Literatur. Seine Gedichte sind visionär und surreal, aberwitzig und melancholisch. Sie sind ein Loblied und zugleich ein Abgesang auf jene Generation der "romantischen Hunde", die die Welt verändern wollte und unter die Räder kam.

Eine hinreißend schön erzählte Geschichte von einem bretonischen Fischer, der in einem Sturm verloren geht und seiner tatkräftigen Frau, die praktisch um die Welt reist, um ihn wieder zu finden. Slapstick und große Gefühle. In so wunderbare Zeichnungen gefasst, dass keine Worte mehr nötig sind. Unsere Graphic Novel Empfehlung!

Dieses Buch ist eine herrliche Überraschung: Matthias Brandt zeigt mit seinem literarischen Debüt, dass er nicht nur ein herausragender Schauspieler, sondern auch ein bemerkenswerter Autor ist.

An Silvester 1958 reiste der damals noch junge Fotojournalist Lee Lockwood nach Kuba, um über das bevorstehende Ende des Batista-Regimes zu berichten. Er kam einen Tag vor Fidel Castros Machtübernahme an und verbrachte eine Woche damit, sich mit der Insel vertraut zu machen, bevor er schließlich den siegreichen Revolutionsführer selbst traf.

Die Magie des Lesens – eingefangen in den Bildern des gefeierten Magnum-Fotografen Ein kurzer Moment der Ruhe inmitten des Chaos: Versunkenheit, Konzentration. Wenn Menschen lesen, verschwindet die Realität für kurze Zeit. In solchen magischen Augenblicken drückt Steve McCurry auf den Auslöser. Der weitgereiste Magnum-Fotograf hat die unterschiedlichsten Leser fotografiert: Kinder und Alte, Frauen und Männer, mit der Zeitung, dem Schulbuch oder einem Roman.

Vielleicht (und wahrscheinlich sogar) kennen Sie Toni Keppeler und haben schon Artikel von ihm gelesen: in der TAZ, in Le Monde Diplomatique oder der Schweizer WOZ, eben dort, wo er seit Jahren regelmäßig schreibt.

Kommt die eigene Sprache erst zu ihrem Wort, wenn sie aus der Selbstverständlichkeit fällt? Ist sie dann in eine Hüpfburg gegangen und prallt mit anderen falschen Freunden zusammen? Oder beugt sie sich mit anderen Frauen über einen Stadtplan und murmelt etymologisch zweifelhafte, aber poetologisch zündende Wegbeschreibungen? Routen für die Leser*innen, die von translantischen Texten erst geschrieben werden?

Joachim B. Schmidt greift nach den Schweizer Kronjuwelen und macht aus der ›Tell‹-Saga einen Pageturner, einen Thriller, ein Ereignis: Beinahe 100 schnelle Sequenzen und 20 verschiedene Protagonisten jagen wie auf einer Lunte dem explosiven Showdown entgegen. Keine Nach-, keine Neuerzählung, sondern ein Blockbuster in Buchform: ›The Revenant‹ in den Alpen, ›Braveheart‹ in Altdorf.

In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen. Book'n'Grill heißt der neue Trend und Chefkoch Geza ist sein Hohepriester. Stör-Schaschlik über Dostojewskis "Der Idiot" oder Schnitzel über Arthur Schnitzler, mit diesen und anderen Kreationen begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch was Erfolg hat, findet auch Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt.