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Wie Nietzsche aus der Kälte kam von Philipp Felsch

Nach 1945 liegt Nietzsches Ruf genauso in Trümmern wie der europäische Kontinent. Ausgerechnet Giorgio Colli und Mazzino Montinari, zwei italienische Antifaschisten, entschließen sich, den Philosophen des Übermenschen und der "blonden Bestie" zu rehabilitieren. In seinem Buch zeichnet Philipp Felsch ein intellektuelles Abenteuer nach, das von Florenz über Ost-Berlin bis ins Paris der Postmoderne führt. Das Ziel der beiden Italiener: Nietzsches hinterlassene Schriften vollständig neu zu entziffern, um es von allen postumen Verfälschungen zu befreien. Das Problem: Zehntausende kaum lesbarer Seiten, die sich hinter dem Eisernen Vorhang in der DDR befinden, wo Nietzsche offiziell als Staatsfeind gilt. 1961 siedelt Montinari von der Toskana in den real existierenden Sozialismus über, um unter den Augen der Stasi den "echten" Nietzsche zu decodieren. Schon bald aber müssen Colli und er feststellen, dass die französischen Philosophen, die sich ihrer Edition bedienen, die Idee des authentischen Textes, ja der Wahrheit selbst in Frage stellen. Es ist der Beginn der Postmoderne. Philipp Felsch erzählt eine rasante Geschichte zwischen den Fronten des Kalten Krieges, die im Spiegel der ideologischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts die ganze Faszination und Ambivalenz von Nietzsches Denken greifbar macht.

Geschichte einer Rettung
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783406777011
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