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Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke

Der wahre Bericht über die Entstehung und Vernichtung des einzigen Lexikons zur Beseitigung der modernen Ratlosigkeit, ungeschönt in Worte gesetzt durch Florian L. Arnold

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783866383302
Sprache: Deutsch
Umfang: 232 S., 140 Illustr., Illustrationen und Graphiken
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

DIE WIRKLICHKEIT ENDET AN DER NÄCHSTEN ECKE ist als 'außergewöhnlich schönes' Buch längst nicht ausreichend bezeichnet, auch wenn sein Autor Florian Arnold zudem Literaturveranstalter, Verleger-Kollege und Gestalter ist. Daß seine 'Wirklichkeit' ein bis ins Detail gestaltetes Buch ist, das auch aus dem engen Zusammengang mit der Typographie und seinen Illustrationen lebt, ist das eine. Das andere, daß es etwas höchst selten gewordenes kann und dies auch ausgiebigst tut: fabulieren! Was auch sonst könnte dazu führen, eines der fantastischsten Projekt der Neu- und Altzeit, der Gegenwart und des Futur II zu bewältigen: den im seinerseits schon fabulierwütigen Untertitel bezeichneten 'wahre[n] Bericht über die Entstehung und Vernichtung des einzigen Lexikons zur Beseitigung der modernen Ratlosigkeit, ungeschönt in Worte gesetzt', abzuliefern. - Um nichts weniger geht es hier.

Autorenportrait

Der Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln arbeitet als freier Zeichner, Sprecher und Schriftsteller. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und ein satirisches Wörterbuch. Arnold ist Gestalter und Mitherausgeber des Verlags »Topalian & Milani«. Mehr über ihn und seine vielfältige Arbeit auf www.florianarnold.de

Leseprobe

Das Lexikon der Verlustlust: Eines Tages blieb meine Wanduhr stehen. Sie hatte sich bis dahin in ruhiger, entspannter Weise durch meine Wohnung bewegt, war an schönen Tagen auch einmal auf den Balkon gegangen oder hatte mir beim Zubereiten einer Mahlzeit Gesellschaft geleistet. Dann aber hockte sie ganz unvorhergesehen wie tot in einer Ecke, die Zeiger von sich gestreckt. Als ich das Gehäuse öffnete, sah ich im Inneren einen kleinen gepolsterten Raum, in dessen Mitte eine Figur stand. Sie war durchaus nett anzusehen, war aber sehr empört: "Mein Hofstaat hat mich verlassen!" "Wer, bitteschön, sind Sie?", fragte ich, und: "Wie soll ich jetzt alleine die Uhr zum Laufen bringen?" "Ich? Ich bin die Königin der Uhr, sie Ignorant, und ich bin im Stich gelassen worden! Nehmen Sie bitte hiermit zur Kenntnis, daß ich mich außerstande sehe, die Uhr in der von Ihnen ge- wohnten Weise am Laufen zu halten!" Damit kehrte sie mir den Rücken zu. Ich verschloß meine Uhr und ließ sie in der Ecke sitzen. Auf ein neuerliches Gespräch mit der Königin der Uhr ließ ich mich nicht ein. Daran, daß meine Uhr immer noch steht (bzw. sitzt), ersehe ich, daß ihr Hofstaat bis heute nicht zurückgekehrt ist.

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